Provision Vergleich: Strukturvertrieb vs. unabhängiger Makler — in Zahlen.

Ein Berater in mittlerer Strukturvertrieb-Stufe erhält 40 bis 55 Prozent der Courtage, die sein Abschluss generiert. Als unabhängiger Versicherungsmakler sind es 90 bis 97 Prozent. Bei 500.000 Euro BWS im Monat sind das wahrscheinlich zwischen 5.000 und 13.000 Euro Unterschied, jeden Monat, bei identischer Arbeit — je nach aktuellem Splitting-Anteil. Dieser Artikel rechnet das durch, für drei verschiedene Volumen, und zeigt, warum die direkten Monatszahlen die kleinere Hälfte der Geschichte sind. *Alle Beispiele sind Illustrationen auf Basis marktüblicher Werte. Individuelle Ergebnisse hängen von Vertragsgestaltung, Volumen und Pool-Konditionen ab.*

Provision Vergleich: Strukturvertrieb vs. unabhängiger Makler — in Zahlen.

Ein Berater in mittlerer Strukturvertrieb-Stufe erhält 40 bis 55 Prozent der Courtage, die sein Abschluss generiert. Als unabhängiger Versicherungsmakler sind es 90 bis 97 Prozent. Bei 500.000 Euro BWS im Monat sind das wahrscheinlich zwischen 5.000 und 13.000 Euro Unterschied, jeden Monat, bei identischer Arbeit — je nach aktuellem Splitting-Anteil. Dieser Artikel rechnet das durch, für drei verschiedene Volumen, und zeigt, warum die direkten Monatszahlen die kleinere Hälfte der Geschichte sind.

Alle Beispiele sind Illustrationen auf Basis marktüblicher Werte. Individuelle Ergebnisse hängen von Vertragsgestaltung, Volumen und Pool-Konditionen ab.

Was ein Promillesatz wirklich bedeutet

Jedes Mal, wenn du eine Lebensversicherung oder Rentenpolice abschließt, berechnet der Versicherer die Vergütung auf Basis der sogenannten Beitragswertesumme, kurz BWS. Im Strukturvertrieb wird oft in "Einheiten" gerechnet — BWS ist das Gleiche, nur transparent.

BWS einfach erklärt: 100 € Monatsbeitrag × 12 Monate × 40 Jahre Laufzeit = 48.000 € BWS pro Vertrag.

Je nach Versicherer wird noch ein Faktor angewendet. Die Grundformel lautet:

BWS = Jahresbeitrag × Laufzeit × Faktor

Auf diese BWS zahlt der Versicherer einen Promillesatz als Courtage:

Courtage = BWS × Promillesatz ÷ 1.000

Beispiel: 100 Euro Monatsbeitrag, 30 Jahre Laufzeit, Faktor 0,5, Promillesatz 45. BWS: 100 × 12 × 30 × 0,5 = 18.000 Euro. Courtage: 18.000 × 45 ÷ 1.000 = 810 Euro.

Das ist der Betrag, der durch deinen Abschluss entsteht. Wie viel davon bei dir landet, ist eine andere Frage.

Bei Sachversicherungen funktioniert das anders: Hier gibt es jährliche Bestandscourtagen als Prozentsatz der Jahresprämie. Weniger auf einen Schlag, dafür laufend.

Deine Courtage — und was davon oben ankommt

Im Strukturvertrieb wird die Courtage geteilt. Nicht zwischen dir und dem Versicherer, der Versicherer zahlt den vollen Betrag aus. Sie wird zwischen dir und der Hierarchie über dir geteilt.

Wie viel du bekommst, hängt von deiner Karrierestufe ab. Die gängigen Spannen:

Karrierestufe Dein Anteil an der Courtage
Einsteiger 35 bis 45 Prozent
Senior-Berater 45 bis 55 Prozent
Team- oder Gruppenleiter 55 bis 65 Prozent
Direktionsleiter 65 bis 75 Prozent

Werte variieren je nach Unternehmen und internen Leistungsregeln.

Was den Rest bekommt: Personen, die an deiner Beratung nicht beteiligt waren. Nicht weil das unfair ist, es ist das Modell. Du zahlst für die Infrastruktur, das Training, die Marke, die Struktur. Zumindest am Anfang. Ob du das noch brauchst, wenn du seit fünf Jahren im Geschäft bist, ist die andere Frage.

Was die Differenz konkret bedeutet

Die folgenden Szenarien rechnen mit einem Courtage-Satz von 45 Promille und einem Splitting von 55 Prozent für die Strukturvertrieb-Seite (mittlere Stufe). Als Makler wird eine Pool-Gebühr von 5 Prozent abgezogen.

Szenario 1 — Einsteiger: 200.000 Euro BWS / Monat

Strukturvertrieb Unabhängiger Makler
Gesamtcourtage 9.000 Euro 9.000 Euro
Dein Anteil 45 % = 4.050 Euro 95 % = 8.550 Euro
Differenz / Monat +4.500 Euro
Differenz / Jahr +54.000 Euro

Szenario 2 — Erfahrener Berater: 500.000 Euro BWS / Monat

Strukturvertrieb Unabhängiger Makler
Gesamtcourtage 22.500 Euro 22.500 Euro
Dein Anteil 40–70 % = 9.000–15.750 Euro 95 % = 21.375 Euro
Differenz / Monat 5.000–13.000 Euro
Differenz / Jahr 60.000–156.000 Euro
Differenz in 10 Jahren 600.000–1.560.000 Euro

Szenario 3 — Leistungsstarker Berater: 1.000.000 Euro BWS / Monat

Strukturvertrieb Unabhängiger Makler
Gesamtcourtage 45.000 Euro 45.000 Euro
Dein Anteil 55 % = 24.750 Euro 95 % = 42.750 Euro
Differenz / Monat +18.000 Euro
Differenz / Jahr +216.000 Euro

Den Unterschied für dein konkretes Volumen rechnet der interaktive Rechner aus: → Zum Courtage-Rechner

Die drei Effekte, die den Unterschied noch größer machen

Die Szenarien oben vergleichen nur die direkte Courtage. Es gibt drei weitere Faktoren.

Staffeln als Makler

Beim unabhängigen Makler steigen deine Promillesätze mit wachsendem Volumen. Maklerpools arbeiten mit Staffeln:

Monatlicher BWS Typischer Promillesatz
Bis 300.000 Euro 40 bis 43 Promille
300.000 bis 700.000 Euro 43 bis 47 Promille
Ab 700.000 Euro 47 bis 52 Promille

Im Strukturvertrieb steigen deine Sätze nicht mit deinem Volumen. Sie steigen mit deiner Hierarchiestufe, also damit, wie groß deine Downline ist. Ein fundamentaler Unterschied: Als Makler belohnt dich der Markt für Leistung. Im Strukturvertrieb belohnt dich das System dafür, ein System aufzubauen.

Bestandscourtagen

Laufende Bestandscourtagen für bestehende Verträge kommen als Makler vollständig bei dir an. Im Strukturvertrieb werden auch sie geteilt.

Bestand wird in Kundenanzahl gemessen, nicht in BWS. Was ein einzelner Kunde jährlich an Bestandscourtage bringt, variiert je nach Policenmix — typisch zwischen 50 und 200 Euro pro Jahr. Wer 200 Kunden im Bestand hat, kommt damit auf eine wiederkehrende Basis von grob 10.000 bis 40.000 Euro jährlich. Wie sich das für deine konkrete Kundenzahl rechnet: → Sachcourtage-Rechner

Das entscheidende Splitting-Problem bleibt dasselbe:

  • Im Strukturvertrieb (40–70 Prozent): ein großer Teil der Bestandscourtage geht nach oben
  • Als Makler (95 Prozent): alles kommt bei dir an

Allein der Splitting-Unterschied auf den Bestand kann sich über Jahre zu einer erheblichen Summe aufaddieren.

Der Bestandswert

Das ist der Faktor, den die meisten bis zum Schluss nicht auf dem Zettel haben.

Als Makler gehört dir dein Bestand. Er hat einen Marktwert. Maklerbestände werden in Deutschland üblicherweise nach dem Faktor 2 bis 4 der Jahrescourtage bewertet.

Ein Bestand mit 25.000 Euro Jahrescourtage ist verkäuflich für 50.000 bis 100.000 Euro.

Als Vertreter im Strukturvertrieb hast du keinen Bestandswert. Wenn du gehst, bleibt der Bestand beim Unternehmen. Alles, was du aufgebaut hast, hat beim Abgang keinen Verkaufspreis.

Die Einmalcourtagen, die Bestandscourtagen, die Staffeln, das sind die monatlichen Erträge. Der Bestandswert ist das Kapital darunter. Beides zusammen ist der Grund, warum zwei Berater mit identischem Jahresumsatz nach zehn Jahren an völlig unterschiedlichen Punkten stehen können.

Die Break-Even-Rechnung

Die einmaligen Kosten des Wechsels, IHK-Zulassung, Berufshaftpflicht, Gewerbeanmeldung, liegen bei 650 bis 1.300 Euro.

Der monatliche Mehrertrag beginnt mit der ersten Courtage als Makler.

Für Szenario 2 mit 500.000 Euro BWS pro Monat:

  • Einmalige Startkosten: 1.200 Euro
  • Monatlicher Mehrertrag: 5.000–13.000 Euro
  • Break-Even: weniger als 2 Wochen

Nach weniger als zwei Wochen hat sich der Wechsel wirtschaftlich amortisiert. Was danach kommt, ist Netto-Mehrertrag.

Häufige Fragen

Provision ist die Vergütung für Versicherungsvertreter, die im Auftrag des Versicherers arbeiten. Courtage ist die Vergütung für Makler, die im Auftrag des Kunden arbeiten. Die Berechnungsmethoden sind ähnlich — der rechtliche Unterschied liegt in der Loyalitätsrichtung: Der Vertreter schuldet dem Versicherer Treue, der Makler dem Kunden.
Bei Lebens- und Rentenversicherungen liegen BWS-basierte Sätze typischerweise zwischen 37 und 50 Promille. Bei Sachversicherungen gibt es jährliche Bestandscourtagen von 10 bis 20 Prozent der Jahresprämie. Die genauen Sätze verhandelt der Maklerpool mit dem Versicherer.
In der Regel 3 bis 8 Prozent der Courtage als Service-Fee. Bei höherem Volumen oft weniger. Manche Verbünde finanzieren sich über Overheads der Versicherer ohne direkte Courtage-Belastung.
In sehr hohen Hierarchiestufen mit einer funktionierenden Downline kann das absolute Einkommen im Strukturvertrieb sehr hoch sein, weil man an den Abschlüssen vieler Berater mitverdient. Bezogen auf die eigene Vermittlungsleistung — wie viel du pro vermitteltem Euro bekommst — ist der Makler in der Regel besser gestellt.
Unter 5 Prozent gilt als gut. 10 bis 15 Prozent sind im Markt verbreitet und für sich allein kein Problem. Ab 20 bis 25 Prozent beginnen Maklerpools in der Regel, Konditionen zu verschlechtern oder Rückfragen zu stellen. Als Makler wirkt sich die Stornoquote direkt auf deine Staffeln aus — ein wirtschaftlicher Anreiz, der im Strukturvertrieb so nicht existiert.
PKV-Vermittlung hat traditionell die höchsten Einmalcourtagen. BU-Versicherungen und fondsgebundene Rentenversicherungen sind ebenfalls courtagestark. Sachversicherungen haben niedrigere Einmalcourtagen, dafür stabile laufende Bestandscourtagen.

Die Zahlen zeigen, was möglich ist. Was sie nicht zeigen: ob der Zeitpunkt für dich gerade stimmt, was in deinem Vertrag steht, und wie hoch dein Storno-Restrisiko beim Wechsel ist.

Das rechnen wir im Strategiegespräch durch, für dein konkretes Volumen, deine Spezialisierung und deine aktuelle Situation.

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Letzte Aktualisierung: April 2026. Rechenbeispiele basieren auf branchenüblichen Werten und dienen der Illustration. Kein Versprechen individueller Ergebnisse.